OBST&GEMÜSE X MICROLINO MicroAdventure
« Zwischen Titan und Volt »

Ein Roadtrip zwischen technischer Effizienz, italienischer Unbeugsamkeit und der Suche nach dem «Sweetspot». Wie aus einer verhinderten Milano-Reise eine alpine Odyssee im Microlino wurde.

Der Ursprung: Abenteuer statt Logistik

Die Idee wurde aus Frust und Leidenschaft geboren.  Mein Beifahrer hatte sich bei De Rosa in Milano seinen persönlichen Traum erfüllt: ein handgefertigtes Titanrad. Ein Rahmen für die Ewigkeit. Da die Italiener beim Versand wenig Spielraum liessen, machten wir aus der Not eine Tugend und entschieden uns für die direkte Abholung in Italien. 

Eigentlich wäre fast jedes andere Auto für diesen Job besser geeignet gewesen: mehr Platz, mehr Reichweite, mehr Tempo. Aber mit einem gewöhnlichen Wagen wäre es nur ein fades Hin und Zurück geworden. Wir wollten keine reine Logistikfahrt, wir wollten ein echtes MicroAdventure – und dafür war der Microlino die einzige richtige Antwort.


« Er vermittelt genau das Gefühl, das wir auch beim Radfahren suchen: Reduktion auf das Wesentliche. » 

 

Die Architektur: Aussen klein, innen überraschend gross

Bisher kannte ich den Wagen nur von Bildern. Als er physisch vor mir stand, war ich von seiner Kompaktheit maximal überrascht.: Die Platzaufteilung ist clever gelöst. Im Fahrer- und Beifahrerbereich gibt es deutlich mehr Raum, als man von aussen vermutet Selbst der kleine Kofferraum bietet Platz für zwei Wochenendtaschen, die komplette Filmausrüstung und das gesamte Seasucker-System, welches während der Hinfahrt noch verstaut war – wir mussten kein „Tetris“ spielen, der Stauraum ist erstaunlich praktisch.

Ein absolutes Highlight ist die Fronttür, die sich fast magisch öffnet. Selbst nach über 1000 Kilometern und unzähligem Öffnen und Schliessen hat dieser Moment nichts von seiner Faszination verloren. Es fühlt sich alles wertig und stabil an. Ein Punkt mit Potenzial ist die mobile Soundbox: Sie passt nur halb ins Konzept. Hier hätte ich mir ein praktischeres Modell gewünscht, das sich besser ins Interieur integriert.


Der Endgegner: «Prendere o lasciare»

Es war Donnerstag – genau einen Tag vor unserem geplanten Start –, als uns die Nachricht erreichte, dass das Zeitfenster bei De Rosa deutlich kleiner war als gedacht. Wegen einer Bike-Ausstellung an der Küste blieb für die Übergabe nur wenig Zeit. Ein Umweg ans Meer war zeitlich unmöglich. Wir versuchten alles und liessen sogar italienische Familienmitglieder anrufen – in der Hoffnung, dass die gemeinsame Sprache vielleicht doch noch eine pragmatische Lösung für die Abholung ermöglicht. Doch die Antwort blieb ein unmissverständliches «Prendere o lasciare» – nimm es oder lass es. Unsere logistische Herausforderung musste sich letztlich vollständig dem Takt der Manufaktur anpassen.

Innerhalb von 30 Minuten fiel die Entscheidung: Mein Begleiter brach alle Zelte ab und nahm den nächsten Zug ab Basel nach Milano, um das Bike zu sichern und dort auf mich zu warten. Meine Mission änderte sich schlagartig: Ich war nun der Solo-Part des Abenteuers, der sich allein durch die Pässe arbeitete, um ihn und das De Rosa in Lugano für den gemeinsamen Teil der Reise einzusammeln.


Der Auftakt: Freitag, 05:30 Uhr – Über den Jura

Basel, Freitagmorgen. Der Firestarter begann wie gewohnt um 05:00 Uhr. Ich habe den Start im Laden abgewartet, die ersten Espressi und Cappuccini für das Peloton zubereitet und die Fahrer um 05:15 Uhr auf die Strecke verabschiedet. Wer Lust hat, einmal selbst bei unseren OBST&GEMÜSE Social Rides dabei zu sein: Alle Termine und Routen findet ihr auf unserer Clubseite: Strava Club OBST&GEMÜSE .

Erst um 05:30 Uhr, als die Gruppe weg war, begann meine Reise. Gleich nach Basel wartete der erste Prüfstein: Langenbruck (Oberer Hauenstein) . Der Jura-Übergang war der „Einfuchser“. Hier zeigte sich zum ersten Mal, wie sich das zusätzliche Gewicht am Heck in den Kurven verhält. Über Solothurn, den Thuner- und den Brienzersee, glitt ich weiter und suchte obsessiv den «Sweetspot» – jenen Punkt am Pedal, an dem der Wagen nur noch rollt. Die Geschwindigkeit stimmt dabei genau, um die Fahrt zu geniessen, die Bilder der Landschaft aufzunehmen und zu reflektieren – exakt so, wie ich das von ausgedehnten Radtouren kenne.

Die Grimsel-Lektion: Pflastersteine und 0 %

Beim Aufstieg zum Grimselpass wählte ich bewusst die Abwechslung: Statt durch den Tunnel zu fahren, wählte ich die alte Passstrasse. Ein kurzes Stück, das normalerweise Fahrrädern vorbehalten und faktisch autofrei ist. Was ist der Microlino hier eigentlich? Ein Auto, ein Motorrad oder doch eher ein zu gross geratenes Elektrofahrrad? Jedenfalls spürte ich auf den rauen Pflastersteinen und dem Gravel sofort, worauf ich mich da eingelassen hatte.

Oben angekommen, liess ich mich von der Euphorie und der Kälte täuschen: Ich wollte direkt auch noch den Furkapass knacken. Mein Plan: Den Gipfel überwinden und auf der anderen Seite, kurz vor dem Gotthard, laden. Mitten im Anstieg nach Furka ab Gletsch dann die Ernüchterung. Die Prozente sanken viel zu schnell. In der Dunkelheit am Hang wurde mir klar: Das reicht nie. Da ich nicht wusste, ob oben am Furka überhaupt eine Steckdose wartet, kehrte ich um.

Ich versuchte noch, den Microlino den Gegenanstieg Richtung Grimsel hochzuführen, doch die Elektronik war gnadenlos. Erst leuchteten 3 % in Rot , kurz darauf die 0 . Mitten im Hang war Schluss. Motor aus. Stille.

In dieser Isolation war ich froh, das Dorf Gletsch als „Versicherung“ im Kopf zu haben. Ich wusste, dass dort auf dem verlassenen Festivalgelände Strom liegen musste. Ich liess den Microlino im Leerlauf zurückrollen – eine lautlose Abfahrt in die Dunkelheit, nur vom fahlen Scheinwerferlicht geleitet. Unten angekommen fand ich tatsächlich eine Dose. Die Realität: 3 % Restakku bedeuten an der Haushaltssteckdose rund neun Stunden Ladezeit. Da die Heizung beim Laden nicht funktioniert, half nur noch der Schlafsack. Ein Moment, der aus dem Roadtrip endgültig ein echtes MicroAdventure machte.  

 

« Eine Nacht der Erdung auf einem Festivalgelände, Strom zapfend an provisorischen Leitungen. 
In Gletsch spielte die Isolierung keine Rolle mehr – die Kälte kroch durch jede Ritze. 
Ich lernte: Die Alpen verzeihen keinen Leichtsinn. »


Lost Places: Hotel Belvédère

Das Hotel Belvédère am Furkapass ist das wohl berühmteste Passhotel der Welt. Ich hatte mir vorgenommen, dort früh am Morgen einen kurzen Halt einzulegen, um den Microlino vor dieser ikonischen Kulisse aufzunehmen. In meinem Kopf war es wie auf einer Passfahrt mit dem Rennrad: Das Belvédère als begehrte Trophäe nach dem langen Aufstieg.

Die Vorstellung, diesen Lost Place in der morgendlichen Ruhe zu geniessen, hielt jedoch nicht lange. Statt der erwarteten Stille wartete dort bereits eine Schlange von Autoposern . Dieser Kontrast – die lautlose Elektromobilität auf der einen Seite und die laute Inszenierung der PS-Boliden auf der anderen – war kaum zu überhören. Ich brauchte das Beweisfoto nicht, um den Moment für mich mitzunehmen. Statt mich einzureihen, schaltete ich die Heizung ein und genoss die kommende, lautlose Abfahrt auf der alten Passstrasse – vorbei an den markanten Steinbegrenzungen, die man aus dem James-Bond-Film Goldfinger kennt.

Ab dem Gotthardpass änderte sich die Dynamik: Ich konnte den Microlino fast nur noch rollen lassen, hinunter bis nach Bellinzona. Der Energieverbrauch war dabei minimal. In Bellinzona gönnte ich mir trotzdem eine kurze Pause mit einer Stromladung, bevor es über den Monte Ceneri schliesslich nach Lugano ging. Die Luft wurde wärmer, die Architektur italienischer – das Hochgebirge lag hinter mir und ich war im Süden angekommen. 

Nach der Stille am Berg war Lugano der Wendepunkt. Aus dem Solo-Trip wurde nun ein Team-Projekt: Mein Begleiter stiess dazu – erschöpft von seiner rasanten Anfahrt, aber mit dem De Rosa im Gepäck. Von nun an waren wir zu zweit unterwegs, vollgepackt mit zusätzlichem Equipment und dem Titanrad am Heck.

Das «Domani»-Paradoxon und die Bar Sport

Während wir Lugano hinter uns liessen, kam die unglaubliche Pointe zur Sprache: Als mein Begleiter nach seiner hektischen Anreise bei De Rosa eintraf, wurde er mit einer ordentlichen Portion italienischer Gelassenheit empfangen. Es hiess plötzlich, heute passe es doch nicht ganz ideal, er solle lieber «Domani» – morgen – wiederkommen. All der Stress für eine Deadline, die sich vor Ort als herrlich flexibel herausstellte. Wir lachten über diese charmante Unplanbarkeit und steuerten den Microlino entlang des Luganersees Richtung Grenze.

In Gravedona am Comer See suchten wir nach Strom mit Sichtkontakt zum Microlino und dem Bike. Bei der «Bar Sport» wurden wir fündig. Wir zogen unsere Kabelrolle über die Terrasse, quer durch die Gaststube bis zur hintersten Steckdose. Es war die Zerreissprobe: Würde die Sicherung der Bar die 2,3 kW schlucken? Sie hielt. Bei einer Pizza & Pasta bewachten wir unser Titan-Schmuckstück am Heck und luden Energie für Mensch und Maschine.


Die Autobahn-Falle und die offene Klapptüre

Vollgepackt brachen wir in die Nacht auf. Plötzlich spuckte uns die Strasse auf eine italienische Autostrasse aus. Autos jagten mit 110 km/h an uns vorbei, Leitplanken links und rechts, keine Ausfahrt in Sicht. Der mühsam erarbeitete Sweetspot war hinfällig – es galt nur noch Vollgas, um kein Hindernis zu sein. Ein purer Adrenalinmoment zwischen den Tunnelwänden.

Endlich fanden wir den Absprung in ein stilles Industriegebiet. Google Maps führte uns zu einer einsamen Aussensteckdose. Da sassen wir nun im Halbdunkel, die Frontklappe des Microlino weit offen wie eine kleine Terrasse. Die Beine baumelten aus dem Auto, während wir schweigend darauf warteten, dass der Akku genug Prozente für die letzten Kilometer nach Tirano sammelte.

Der Gipfelsturm: Stelvio Südrampe

In Tirano angekommen, fuhren wir direkt zum Hotel, das uns zuvor am Telefon noch abgewimmelt hatte («keine Zimmer frei»). Doch als wir persönlich vor der Glastür standen, wurden wir herzlich empfangen und erhielten ein schönes Zimmer. Am Sonntagmorgen, nach einem unglaublichen Frühstücksbuffet, stand der «König der Alpen» an: das Stilfser Joch.

Trotz der Strapazen blieb die Frage bestehen: Schafft er das? Wir luden in Bormio erneut auf 100 % auf und wählten die Südrampe. Rau, schmale Strassen, teils Gravel, kaum Verkehr. Der Microlino lieferte ab: 28 Kilometer Aufstieg kosteten exakt 27 % des Akkus. Ein Prozent pro Kilometer. Der Stelvio fühlte sich wie ein Kinderspiel an. Oben kurz durch den Trubel, dann die magische Flucht über den Umbrailpass ins Val Müstair. Eine nie endende Abfahrt, bei der wir durch Rekuperation massiv Energie zurückgewannen. Ein magischer Flow.

Hardware-Check: Seasucker & Realität

Ein MicroAdventure bedeutet auch, die Hardware ehrlich zu bewerten. Ab Lugano waren wir zu zweit, und das Seasucker-System kam zum Einsatz. Obwohl es bombenfest hält – wir sind damit immerhin schon mit zwei Bullitts auf dem Dach nach Kopenhagen gefahren – fährt ein Rest Nervosität immer mit. Ein kurzer Check der Vakuumventile bei jeder Pause gehörte einfach dazu. (Seasucker gibt’s übrigens bei uns im O&G Shop).

  • Raumgefühl & Komfort: Sitzt man im Microlino und fährt eine Weile, vergisst man tatsächlich, in welchem kleinen Gefährt man sitzt – der grossen Windschutzscheibe sei Dank. Das Fahrgefühl könnte genauso gut das eines normalen Autos sein. Die Realität holt einen erst beim Aussteigen wieder ein, wenn man vor dem Microlino steht und merkt: Er ist wirklich mini. Selbst mit langen Beinen findet man auf dem Beifahrersitz genügend Platz, um sie zwischen Sitz und Fronttür bequem zu strecken.

  • Die Upgrades: Der Microlino bietet ein paar Extras, die das Erlebnis abrunden. Die Klimaanlage kam bei unseren Bedingungen zwar nicht zum Zug, aber das Cabrio-Dachfenster war ein absolutes Highlight. Es wird einfach von Hand nach vorne oder hinten geschoben – simpel, effektiv und perfekt, um die Bergwelt auch nach oben hin offen zu erleben.

  • USB-Ladebuchsen: Ein Detail, das den Trip entspannt gemacht hat: Es gibt im Innenraum diverse USB-A-Ladebuchsen. Gerade zu zweit mit Handys und Kameras ist das Gold wert – der Microlino wird so zum praktischen Power-Hub für das Equipment.

  • Heizung & Wetter: Die Heizung arbeitet fleissig und hörbar. Bei Regen ist es die bekannte Kunst, das Anlaufen der Fenster zu verhindern. Ein echter Wermutstropfen: Während des Ladevorgangs bleibt die Heizung systembedingt aus – ein wichtiges Detail für die Pausenplanung bei kalten Temperaturen.

  • Schiebefenster: Passend zum puristischen Konzept werden die Seitenfenster von Hand aufgeschoben. Das ist funktional und hilft zudem enorm, wenn man schnell für frische Luft sorgen will, um das Beschlagen der Frontscheibe zu minimieren.

  • Scheibenwischer: Ein einziges Blatt für die riesige Frontscheibe. Er macht seinen Job, aber man merkt, dass er an seine Grenzen kommt, wenn es richtig schüttet oder man schneller unterwegs ist. Man lernt schnell, die Fahrweise dem Sichtfeld anzupassen.

  • Lade-Infrastruktur: Eine Kabelrolle im Gepäck war Gold wert. Etwas unpraktisch: Sobald man während des Ladens die Tür öffnet, entkoppelt sich das Auto bei vielen Säulen von der Station.

  • Rekuperation: Bergab ein Traum. Die Abfahrt vom Stelvio brachte uns ca. 6 % Akku zurück, vom Grimsel nach Gletsch waren es immerhin ca. 3 %.

  • Lade-Apps & Planung: Wir haben uns voll auf Google Maps verlassen. Mit dem konsequent gesetzten Filter auf „Typ 2 Stecker“ war die Suche nach Strom völlig stressfrei und intuitiv.

 
« Es fühlte sich weniger nach Roadtrip, sondern vielmehr nach einer Rennrad-Tour an. Die Intensität ist fast identisch – nur eben mit dem Komfort eines schützenden Dachs. »

Der Park-Hacker: Einfach praktisch 

Ob in den Gassen von Lugano oder zurück in Basel: Das Querparken war der heimliche Joker meines Trips. Nase zum Trottoir, Tür auf, Ausstieg direkt auf den Gehweg – es ist schlichtweg konsequent. Man kann das als Provokation missverstehen, oder man nimmt es mit einem Lächeln als das wahr, was es ist: eine charmante Geste an den Platzmangel unserer Städte. Ganz ohne Erwartung, einfach nur eine Einladung, urbanen Raum neu zu denken.

Engadiner Stille und die Albula-Passhöhe

Über den Ofenpass erreichten wir am Abend Zuoz. Das Dorf wirkt wie aus dem Bilderbuch – jede Pflasterstrasse, jedes Haus scheint frisch renoviert und in perfektem Zustand zu sein. Wir nutzten die Zeit für einen Abendspaziergang durch die malerischen Gassen. Es war beeindruckend schön, aber eben auch menschenleer. Man fragt sich unweigerlich, ob hinter diesen makellosen Fassaden überhaupt noch jemand wohnt oder ob man sich in einer wunderschönen, schlafenden Ferienhauskulisse bewegt.

Der Montagmorgen gehörte dem Albulapass. Die Strasse führt hier oben unweigerlich am Gino Mäder Memorial vorbei. Es ist ein Ort, an dem man nicht einfach vorbeifährt, ohne dass das Gespräch auf Gino, den Unfall und die damalige Tour de Suisse kommt. Man wird direkt daran erinnert, wie schmal der Grat im Radsport zwischen dem perfekten Flow in der Abfahrt und dem harten Risiko ist. Mit diesen Gedanken im Kopf nahmen wir die letzten Kehren und drehten den Microlino endgültig Richtung Norden

« Um 04:00 Uhr am Dienstagmorgen rollten wir in Basel ein. 
Die Anzeige leuchtete rot: 9 % Restakku nach exakt 1000,4 Kilometern. »

Die Zwangspause am Walensee

Ab Chur wurde die Reise zum Geduldsspiel. Mehrere Ladestationen waren ausser Betrieb, was uns schliesslich ans Strandbad Unterterzen am Walensee zwang. Was als kurzer Stopp geplant war, dehnte sich zu einer fünfstündigen Zwangspause aus. Wir machten das Beste daraus: Ein Schwumm im kühlen See und die restliche Wartezeit am Ufer mit dem Film «The Brutalist» überbrücken. Er war nicht nur inhaltlich interessant, seine beträchtliche Länge war in diesem Moment ein echter Vorteil, um die Zeit bis zur Weiterfahrt sinnvoll zu füllen.

Die 169-Kilometer-Wette

Als der Film zu Ende war, zeigte die Anzeige 95 %. Es war Mitternacht, und wir starteten das finale Kapitel: Basel. 169 Kilometer lagen vor uns. In einem Rutsch. Keine Autobahn, keine Sicherheits-Ladung, nur Landstrassen durch die Linthebene, das Säuliamt und das Freiamt. Es war eine Wette gegen die eigene Reichweiten-Angst. In der Stille der Nacht gab es keine Ablenkung – nur die totale Konzentration auf den Sweetspot und den effizientesten Winkel am Pedal. Ein meditatives Gleiten durch die schlafende Schweiz.


Die Punktlandung

Um 04:00 Uhr am Dienstagmorgen rollten wir schliesslich in Basel ein. Die Anzeige im Microlino leuchtete rot: 9 % Restakku. Nach exakt 1000,4 Kilometern und rund 12'840 Höhenmetern war die Mission erfüllt.

Das De Rosa ist sicher in Basel angekommen und der Microlino hat bewiesen: Er kann Stadt, er kann Pässe – und er kann echtes Abenteuer.

Fazit: „Wie viel Auto braucht der Mensch eigentlich?“  

Wir benötigen kein Auto, einen Microlino würden wir nehmen. Dieser Satz bringt es auf den Punkt. Vor allem für diejenigen, die – wie wir bei OBST&GEMÜSE – im urbanen Alltag eigentlich kein Auto mehr brauchen. Wer konsequent alles mit dem Cargobike erledigt, findet im Microlino die perfekte Ergänzung für alles, was hinter der Stadtgrenze liegt. Er schliesst die Lücke für weitere Strecken, gezielte Ausflüge oder entschleunigte Ferien.

Reichweite beginnt im Kopf. Wer bereit ist, sich auf den Rhythmus der Batterie einzulassen, findet ein Abenteuer, das man mit 500 PS niemals erleben würde. Der Microlino beweist, dass er trotz seines urbanen Fokus ein echtes Langstrecken-Herz besitzt und absolut tauglich für alpine Odysseen ist. Zu zweit mit Fahrrädern auf dem Heck und dem nötigsten Gepäck zu verreisen – das ist die neue, entschleunigte Freiheit.

Der Microlino ist kein klassischer Auto-Ersatz, sondern ein Statement für kluge Mobilität. Er lohnt sich für alle, die nicht mehr Platz beanspruchen wollen als nötig und die Reise wieder als Teil des Ziels begreifen. Das De Rosa steht nun sicher in Basel, und der Microlino hat gezeigt: Er kann Stadt, er kann Pässe – und er kann Abenteuer.

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Die vollständige Passübersicht

Pass

Höhe (m ü. M.)

Steigung (Ø / Max)

Distanz Aufstieg

Höhenunterschied

Oberer Hauenstein

734 m

4.8% / 9%

ca. 4.5 km

206 m

Grimselpass

2164 m

5.9% / 11%

ca. 26 km

1539 m

Furkapass

2429 m

6.4% / 11%

ca. 10 km

670 m

Gotthardpass

2106 m

7.1% / 10%

ca. 9 km

650 m

Monte Ceneri

554 m

5.3% / 10%

ca. 6 km

313 m

Stilfser Joch (Stelvio)

2757 m

7.1% / 12%

ca. 21.5 km

1533 m

Umbrailpass

2501 m

8.5% / 12%

ca. 13 km

1100 m

Ofenpass

2149 m

6.0% / 10%

ca. 13 km

770 m

Albulapass

2312 m

8.8% / 12%

ca. 9 km

615 m

Gefahrene Distanz (Tacho): 1000,4 km | Höhenmeter (Komoot): 12'840 hm

Route: Hier geht's zur vollständigen Komoot-Tour